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Meuser, "Herr Ober, zwei Doppelte"

Joint exhibition with Meyer Riegger / 1st FloorBerlin, March 15th - April 25th, 2014
Image No. 1 of  Meuser

Installation view Galerie Nordenhake

 
Meuser
Herr Ober, zwei Doppelte

Galerie Nordenhake  Lindenstraße 34, 10969 Berlin (1st floor) 15.03.-26.04.2014
Galerie Meyer Riegger Friedrichstraße 235, 10969 Berlin 15.03.-12.04.2014

Die Galerien Nordenhake und Meyer Riegger freuen sich, mit "Herr Ober, zwei Doppelte" ihre erste gemeinsame Ausstellung des Künstlers Meuser in ihren Berliner Galerieräumen zu präsentieren. Beide Galerien verbindet eine langjährige Zusammenarbeit mit Meuser. Claes Nordenhake arbeitet bereits seit 24 Jahren mit dem Künstler. Die erste Einzelausstellung von Meuser zeigte die Galerie Nordenhake 1990 in Stockholm. So weist der Bestand der Galerie Nordenhake viele historische Arbeiten auf. Meyer Rieggers Verbindungen zu Meuser reichen zurück ins Jahr 1998, in dem Jochen Meyer und Thomas Riegger seine Arbeiten erstmals in ihren Karlsruher Galerieräumen ausstellten. Die Doppelausstellung "Herr Ober, zwei Doppelte" ermöglicht so einen weitreichenden Überblick auf das Werk des Künstlers und umfasst seine skulpturalen Arbeiten von 1986 bis heute. Über die jeweilige Verbindung zu Meuser, ist die Ausstellung auch eine Geste der freundschaftlichen Verbundenheit der Galerien untereinander, die ihrerseits seit vielen Jahren in kooperativem Austausch miteinander stehen.
Die Verbindung oder Gegenüberstellung von Sprache und Materie ist grundlegend in Meusers Arbeiten. Meusers plastische Werke erscheinen dabei nahezu als materialisierte Synonyme von Gedanken und Ideen. Es mag Nacht sein, der Blick fällt aus dem Dunkeln hinein in einen erleuchteten Raum, der dem Schauenden jedoch verschlossen bleibt: Beim Betrachten seiner Skulpturen wie "Die Bar war schon zu" (2014) schmiegen sich fast intuitiv innere Bilder an das physisch präsente Metall, das hier zu einer textilartigen Struktur verwebt, als Röhre gerollt, auf einem dreibeinigen Gestell platziert und von innen heraus mit einer Glühbirne erleuchtet wie eine Lampe wirkt. Die Form des Objektes legt zunächst eine Assoziation nahe, doch der Titel der Arbeit entbindet sie zugleich von einer spezifischen, kontextuellen Einordnung, ja überführt sie in einen Raum, dessen Definition offen bleibt und der an ganz anderer Stelle stattfinden kann: als stets changierender Zuordnungsraum.

Meuser holt seine Metalle zumeist vom Schrottplatz und gibt dem Übriggebliebenen der industriellen Produktion – aussortierte Tonnen, T-Träger, Gestelle und Flächen – abstrahierte, doch immer minimal-konkrete Formen und Farben. So besteht die Installation "Der Mond von Wanne-Eickel" (1986) aus vier geometrischen Flächen, hochkante Rechteckvariationen und Kreise, die nebeneinander an der Wand montiert wie eine rostrote symbolische (Ruhrgebiets)Landschaft in narrativer Folge erscheinen. Ähnlich, wie Meuser mit dieser Arbeit eine scherenschnittartige Skizze einer von Bergbau geprägten Doppelstadt im Westen herausbildet, hinterlässt er damit eine Notation auf eine regionale Redensart und den sich darauf beziehenden Schlager aus Wanne-Eickel. Und doch bleibt alles offen.

Meuser schlägt mit der Wahl der Titel seiner Arbeiten autonome Erzählungen von Menschen, Situationen, Orten und Handlungen an: sie entspringen dem Alltäglichen und stützen sich nahezu gegen die metallenen Gehäuse, geben ihnen Kontur und Identität. So suggeriert die Arbeit "Erwin Rommel II" (1990) explizit das Bild einer Person, während die "Kleine Dickmadame" (2014) einen breiteren Assoziationsraum an Personifikation und Sinnbildern öffnet. Meusers Arbeiten entstehen durch konzeptuelle Setzungen, die ihren Ausgang zumeist in purer Gestalt nehmen, doch im Betrachten in ebendiesen gesetzten Strukturen dialogisch ausdifferenzieren. "Herr Ober, zwei Doppelte!" (1990), die so auch der Doppelausstellung titelgebende Arbeit, kennzeichnet dieses Dialogische ganz direkt: hier hängt neben einem rostbraunen Stahlobjekt eine transparente, die Struktur der Wand zeigende Glasscheibe, und mit ihnen viele vorgestellte innere Monologe, welche diese Bildsegmente in ihrer Vehemenz und Fragilität umschließen und fortschreiben.

Text: Christina Irrgang

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Image No. 2 of  Meuser

Flagge, 2014, metal, paint, 140 x 165 x 50 cm

 
Image No. 3 of  Meuser

Installation view Galerie Nordenhake

 
Image No. 4 of  Meuser

Kleine Dickmadame, 2014, metal, paint, 56 x 50 x 50 cm

 
Image No. 5 of  Meuser

Messtelle Rostock, 1990, Steel, primer, 231 x 162 x 44 cm

 
Image No. 6 of  Meuser

Installation view Galerie Nordenhake, Kleine Dickmadame, 2014, Schluck Wasser von Else, 2010

 
Image No. 7 of  Meuser

Schluck Wasser von Else, 2010





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